Wir waren schon ein buntgemischtes Völkchen, das sich aus dem
frühlingshaften Mannheim im Flachland aufmachte, um im alpinen Gebirge noch
einmal Winterfreuden zu erleben. Faistenau bei Salzburg hieß das Ziel unserer
DJK-Gruppe aus St. Pius Mannheim Neuostheim/Neuhermsheim, das sich aus
jugendlichen und spätjugendlichen Tischtennisspielern, aus Frauen im besten
Alter der Frauengymnastikgruppe (älteste Teilnehmerin 73Jahre) und männlichen
Ehehälften zusammensetzte. Die Gruppe alpiner Skifahrer, ob Typ Rennfahrer oder
fortgeschrittener Anfänger, unsere zwei Langläufer und das Grüppchen der
Schneewanderer kamen voll auf ihre Kosten. Die Sonne verwöhnte uns ,der Schnee
war reichlich ("ich habe nicht gedacht, dass es so schwer ist, aus
hüfthohem Schnee wieder heraus zu kommen") und die österreichische Küche
ließ uns schwärmen. Staunen konnte auch die einheimische Bevölkerung, denn
unser drahtiger Stefan zog im kurzen Sprinterhöschen seine Spur in der Loipe,
was für alle trotz des Sonnenscheins ein Novum war.
Unvergesslich schön war auch die Wanderung auf die Schafbachalm. Der Anstieg
war teilweise sehr vereist, doch die mitgebrachten Steigeisen aus dem vorigen
Jahrtausend waren übertrieben. ("Mein Sohn sagte: Entweder du kummschd
damit nuff, oder du bleibscht unne." Und wie die Mutter Heckmann flott
hinaufkam!) Die Mühe des Aufstiegs lohnte sich, denn was kann schöner sein als
in der völligen Ruhe zwischen den Bergen in der warmen Märzsonne zu dösen, zu
vespern und anschließend noch zu "konditorn". Den größten Spaß
hatten unsere zwei 14jährigen Youngsters beim Abstieg – sie sausten auf
Schlitten ins Tal.
Ein abendlicher Höhepunkt in der Woche war sicherlich das Kaasnockenessen, d.h.
Käsespätzle essen aus einer Riesenpfanne bis zum Abwinken. Alle 12 Teilnehmer
streckten so etwa nach dem zweiten Teller die Gabelwaffe, nur der gertenschlanke
Stefan schien nach dem x-ten Teller immer noch nicht gesättigt zu sein. Ein
Nachtisch musste noch her. Mit einem exzellenten Kuchenbuffet am letzten
Nachmittag revanchierte sich unser Nimmersatter für die kulinarischen Zubrote
während der Woche. Ach ja, die täglichen Kaffeestunde am Nachmittag – wie
waren sie gemütlich, wenn nach getaner sportlicher Aktivität die verschiedenen
Gruppen wieder in der Pension eintrudelten und sich in dem gemütlichen
Aufenthaltsraum zum Aufwärmen, Plaudern und Relaxen trafen.
Damit wir Monnemer auch merkten, dass Fastnachtdienstag war, luden uns Max und Christoph, unsere Teenager, zum zünftigen Après-Ski in die tolle, selbstgebaute Schneebar vor dem Haus ein. Sambarhythmen animierten unsere dick verpackten Füße zum Tanzen, der Sekt sorgte für die eh schon hervorragende Stimmung und die anschließende Minipolonaise ins warme Haus erwies sich als Brüller.
Es war eine gelungene Freizeitwoche: Alle hatten beste Laune, unser Bauch
schmerzte oft vor lauter Lachen, jeder hatte die Spendierhose an, die
Gummibärchendose von Frau Kauczor war immer neu gefüllt, wenige Verletzungen
trübten den Urlaubsspaß (Tina Schmidt stürzte vorm Haus, aber wir haben
kräftig auf die Sturzstelle gespuckt) und alle wollen wieder nach Faistenau
reisen.
- Was will man mehr?
Margit Friedrich
